< Previous20ARBEITSMARKTINTEGRATION SOZIALARBEIT dabei konkrete Hilfen: • Gemeinsames Suchen nach einer besseren Wohn- situation, wenn der junge Mensch in der Her- kunftsfamilie Probleme hat oder vielfach keinen festen Wohn-/Schlafplatz. • Im Einzelgespräch wurden für den jungen Men- schen realistische Perspektiven für die konkrete Lebenssituation erarbeitet. Es wurden aufgrund von multiplen Problemlagen auch unkonventio- nelle umsetzbare Lösungsansätze gesucht. • Unterstützung und Begleitung bei der Anbindung an das Gesundheitssystem (Krankenkasse, Arztter- min) • Aufklärung über individuelle Gesundheitsthemen im Einzelgespräch • Begleitung zu passgenauen Beratungsstellen (Schwangerschaftskonfliktberatung, Suchthilfe etc.) Der größte Erfolgsfaktor des Projekts liegt im Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zu den jungen Men- schen. So kann es unter anderem gelingen, einen Jugendlichen dazu zu motivieren, notwendige, erste aktive Schritte zu gehen und sei es „nur“ einen Be- ratungstermin wahrzunehmen. Dadurch werden die eigene Motivation, das Selbstwirksamkeitsgefühl gestärkt und der junge Mensch fängt an eigenstän- dig zu handeln. Hier ein Beispiel aus der Praxis: Eine Teilnehmerin kam ohne festen Wohnsitz und ohne jegliche Anbindung an das Gesundheitssys- tem zu uns. Gemeinsam konnte ein Vermieter ge- funden werden, der bereit war, ihr trotz der fehlen- den finanziellen Voraussetzungen ein WG-Zimmer zur Verfügung zu stellen. Dadurch konnten weitere notwendige Maßnahmen wie Krankenversicherung, Arbeitsplatz und Jobcenter Leistungen erarbeitet werden. Die jungen Menschen, die an Projekte bei der sbr angegliedert sind, haben auch im Projekt SILKYplus verbindliche Ansprechpersonen, die unvoreinge- nommen auf ihre Problemalgen eingehen. Zu wis- sen, dass es jemanden gibt, dem sie sich ohne Angst vor Sanktionen öffnen können, hat bereits eine po- sitive Wirkung auf Jugendliche mit multiplen Prob- lemlagen. Gleichzeitig ist es von äußerstem Vorteil, dass das Projekt freiwillig in Anspruch genommen wird, da so die eigene Motivation der Teilnehmen- den gefördert wird. Die meisten Jugendlichen haben instabile Beziehun- gen zu ihrer Herkunftsfamilie, oder diese hat nicht die notwendigen Ressourcen unterstützend zu wir- ken. Wenn es der junge Mensch möchte und es für die Situation hilfreich ist, wird ein gemeinsames Ge- spräch im Familienkontext vorgeschlagen. Gemein- sam mit der Familie werden nachhaltige Perspekti- ven und Begleitung durch die sbr erarbeitet. 2024 findet Silky Plus seinen Fortgang mit guten Er- folgsaussichten und Plänen für neue Aktivitäten. Gefördert durch: Kofinanziert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg SCHNUPPERN-TESTEN-EINSTEIGEN In nur vier Wochen in Qualifizierung, Ausbildung oder Arbeit. Das war der Weg des Projektes „Schnup- pern-Testen-Einsteigen“, welches die sbr gGmbH in Kooperation mit „NEUE ARBEIT“ im Jahr 2023 durch- führte. Die Maßnahme hatte die Erstellung eines individuellen und erfolgversprechenden Berufsfahr- planes für Menschen ohne Arbeit zum Ziel, der auf Grund des engen Zeitrahmens besonders detailliert und komprimiert ausgearbeitet wurde. Mit Hilfe eines mehrstündigen Profiling-Tests und eines intensiven Gesprächs mit der Sozialpädagogin arbeitete man eingangs die Soft Skills der Teilneh- menden heraus. Es folgten weitere Gespräche bezüglich eigener Berufswünsche und Vorstellungen, sodass man da- nach gemeinsam die Machbarkeit dieser beleuchten konnte. Hierfür wurden die gezeigten Soft Skills, die finanzielle und familiäre Situation, sowie bereits er- langte schulische und berufliche Qualifikationen in die Entscheidungsfindung mit eingebunden. Die Teilnehmenden bekamen nun die Möglichkeit, bis zu drei Kurzpraktika zu absolvieren und sich in ge- wohnten, sowie bis dahin ungewohnten Berufsfel- dern auszuprobieren. Um die Erfolgsaussichten einer Ausbildungs- oder Arbeitsplatzzusage signifikant zu erhöhen, wurden für alle Teilnehmenden Profile auf mehreren Jobportalen angelegt und der Markt nach geeigneten Stellen sondiert. Darüber hinaus wurde sich um die Anerkennung ausländischer Zeugnisse und Lizenzen gekümmert, wobei man diese je nach 21 Bedarf für die Teilnehmenden ins Deutsche über- setzte. In der praktikumsfreien Zeit verfassten und versen- deten die Teilnehmenden täglich mehrere Bewer- bungsanschreiben und Lebensläufe, welche zuvor aktualisiert oder komplett neu erstellt wurden. Da zumeist nach Ablauf der vier Wochen noch Bewer- bungsantworten ausstanden, blieb man im Rahmen einer Nachbetreuung mit den Teilnehmenden in Kontakt. Die Zahlen: Insgesamt gab es 77 Teilneh- mende, davon haben 68 die gesamte Maßnahme absolviert oder haben diese durch eine Weiterver- mittlung in eine weitere Maßnahme/Qualifizierung oder eine Vermittlung in Arbeit frühzeitig beendet. Schlussendlich wurden 31 Teilnehmende in eine Beschäftigungsmaßnahme oder auf den ersten Ar- beitsmarkt vermittelt, was einem Prozentsatz von 40,3% entspricht. Finanziert durch: ARBEITSMARKTINTEGRATION SOZIALARBEIT PERSPEKTIVEN SCHAFFEN VON MENSCHEN FÜR MENSCHEN ARBEITSGELEGENHEITEN § 16 D SGB II Diese Angebote bieten Menschen, die die Anfor- derungen des allgemeinen Arbeitsmarktes aktuell nicht erfüllen können, die Möglichkeit der Teilhabe am Arbeitsleben. Wir achten im Rahmen unserer Maßnahmen sowohl auf eine sinnvolle als auch befriedigende Beschäfti- gung, die sich dem Leistungsvermögen des Einzel- nen anpassen lässt. Die Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit bietet eine gute Möglichkeit für Übergänge in qualifizie- rende Maßnahmen oder geförderte/ ungeförderte Arbeitsverhältnisse. In Stuttgart Arbeitspädagogische Orientierung in unserer Holz- werkstatt Das breite Spektrum der Holzbearbeitung lässt für jede Anforderung Möglichkeiten offen. Vom techni- schen Können der Teilnehmenden ausgehend, bietet Holz hier die beste Voraussetzung sowie Flexibilität für eine kontinuierliche Leistungs- und Schwierig- keitssteigerung. In unserer Werkstatt wird Kreativität gefördert, ma- nuelle Fertigkeiten in Form von Sägen, Bohren, Schleifen, Leimen sowie der Oberflächenbearbei- tung vermittelt. Im Landkreis München und im Landkreis Tübingen Arbeitsgelegenheiten im Lebensmitteleinzelhandel • Bonus Ottobrunn, Kirchheim, Unterschleißheim • Bonus Kusterdingen Die Teilnehmenden werden während der Maßnah- me, Schritt für Schritt ihrem Entwicklungstempo ent- sprechend, durch fachspezifisch ausgebildete Anlei- tende (zur Ausbildung berechtigte Marktleitungen) mit allen Arbeitsfeldern im Einzelhandel vertraut ge- macht. Die Beschäftigung der Teilnehmenden dient dem Vermitteln von Schlüsselqualifikationen, dem Abbau von arbeitsmarktfernem Arbeits- und Sozial- verhalten, der Förderung der Teamfähigkeit sowie dem positiven Erleben von selbst geleisteter Arbeit. Insbesondere der Bereich „Umgang mit Kunden“ ist für oben genannte Zielgruppen ein wichtiges 22ARBEITSMARKTINTEGRATION SOZIALARBEIT Element: hier kann man Kundenorientierung trainie- ren, soziale Kompetenzen stärken sowie Sprach- und Kommunikationsbarrieren abbauen. Im Jahr 2023 wurden durch die Jobcenter nur sehr wenige Teilnehmende in die AGH-Lebensmittelein- zelhandel zugewiesen, was sehr bedauerlich war. Gefördert durch: SGB XII Zuverdienstangebote für nicht Erwerbsfähige Für Menschen, die dauerhaft oder vorübergehend nicht erwerbsfähig sind und Sozialhilfe beziehen, jedoch in begrenztem Umfang wieder arbeiten wol- len, stehen sogenannte arbeitsähnliche Tätigkeiten zur Verfügung. Die Teilnehmenden erhalten eine am individuellen Bedarf ausgerichtete niederschwellige Beschäftigung mit variablen Arbeitszeiten zwischen 6 und 15 Stunden pro Woche. Die sbr gGmbH bietet Beschäftigungsmöglichkeiten im arbeitspädagogi- schen Bereich an. Finanziert durch: DURANTEPLUS Assistierte Beschäftigung Eine kostenfreie Begleitung des (Wieder)Einstiegs in Arbeit bzw. Ausbildung. • Beratung der Arbeitnehmenden und Arbeitge- benden im Sinn der betrieblichen Sozialarbeit (z.B. Konfliktmediation, Mobbingberatung, Amtshilfe) • Unterstützung bei der Stabilisierung und Aus- bau des Arbeitsverhältnisses • Unterstützung bei der Lösung von persönlichen Problemen Die im Jahr 2022 auslaufende Corona-Pandemie er- möglichte bei den Arbeitstreffen wieder mehr Prä- senztermine, so dass die persönlichen Kontakte der 23 an den im gesamten Baden-Württembergischen Raum involvierten Anbietern dieses ESF-Projektes vertieft werden konnten. Alle Teilnehmenden über die sbr gGmbH haben in diesem Jahr durch die kon- tinuierliche sozialpädagogische Begleitung ihren Ar- beitsplatz behalten, oder eine neue Arbeit bzw. eine neue den Neigungen entsprechende Ausbildung aufnehmen können. Als Beispiel für diesen Erfolg die Geschichte von Frau O.: Frau O. kam 2005 nach Deutschland, wo sie heirate- te und zunächst ihre beiden Kinder großzog. Nach der Trennung von Ihrem Ehemann war sie auf sich allein gestellt und lebte mit den Kindern lange Zeit von ALG-II-Leistungen. Über eine berufsbildende Maßnahme des Jobcenter Stuttgart kam der Kontakt mit der DurantePlus-Ansprechperson bei der sbr gGmbH in Stuttgart zustande. Mit dieser Hilfe wurden zunächst die Bewerbungs- unterlagen aktualisiert und der Arbeitsmarkt nach weiteren Einsatzmöglichkeiten untersucht. Das pri- märe Ziel, den Minijob in einem Backshop inner- halb eines Supermarktes auszubauen, konnte in den Coronajahren wegen Insolvenz der Backstube nicht umgesetzt werden. Dennoch konnte der Marktleiter zwei Mitarbeitende der kleinen Bäckerei in seinen Markt übernehmen. Nach einigen Dreier-Gesprächen gelang es, zunächst einen befristeten Teilzeitvertrag für Frau O. auszu- handeln, der durch die stetige sozialpädagogische Begleitung in einen unbefristeten Teilzeitvertrag umgewandelt werden konnte. Dank bezahlter Über- stunden ist es inzwischen gelungen, Frau O. vollstän- dig aus dem SGB II herauszuführen. DurantePlus wird sowohl durch den ESF – Europäi- scher Sozialfond – sowie das Land Baden-Württem- berg finanziert. Somit ist die Begleitung für Arbeit- gebende, als auch für Arbeitnehmende kostenfrei. Nach wie vor bedeutet DurantePlus Unterstützung sowie Entlastung und Zeitersparnis für alle Beteilig- ten. Das Programm endete zunächst im Jahr 2021, wird nun aber seit dem Jahr 2022 als DurantePlus weitergeführt. In Zusammenarbeit mit: Gefördert durch: REC - REFUGEE EMPOWERMENT CENTER REC besteht seit 2019 und ist ein Projekt zur Integ- ration geflüchteter Menschen in die deutsche Ge- sellschaft und in den Arbeitsmarkt. Die Maßnahme wird in drei Einzelmodulen angeboten und durch- geführt: Modul 1 Begleitung, Modul 2 Vermittlung in Arbeit sowie Modul 3 Deutsch in der Alltagssprache. Gemeinsam mit den persönlichen Ansprechperso- nen beim Jobcenter werden die benötigten Module passgenau zusammengestellt. Es wird ein individu- eller Integrationsplan erarbeitet, der die Möglichkei- ten und Ziele der Einzelnen berücksichtigt. Modul 1 – Begleitung Schwerpunkte waren z. B. die Begleitung zu Arztter- minen, die Anmeldung zu Integrationskursen, Un- terstützung bei der Wohnungssuche, bei Ämtergän- gen, sowie bei der Übersetzung und Anerkennung der ausländischen Schul- und Berufsabschlüsse. Bei Bedarf geschieht dies mit Begleitung von Dolmet- schenden. ARBEITSMARKTINTEGRATION SOZIALARBEIT24ARBEITSMARKTINTEGRATION SOZIALARBEIT Modul 2 – Vermittlung Ziel ist die Vermittlung in sozialversicherte Arbeits- verhältnisse, in Ausbildung oder Praktikum. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden indivi- duelle Bewerbungsunterlagen erstellt und nach pas- senden Stellenausschreibungen gesucht. Die Teilnehmenden erhalten zudem einen kurzen Überblick über den deutschen Arbeitsmarkt und das Sozial- und Bildungssystem. Modul 3 - Deutsch In Modul 3 weden Gruppenunterricht und Exkur- sionen angeboten, sowie bei Bedarf Einzelcoaching. Schwerpunkt ist die Vermittlung der deutschen All- tagssprache und die Konversation. Beispiele aus unserer Arbeit Frau G aus China kam mit sozialer Phobie 2019 nach Deutschland. In ihrer selbst gewählten Isola- tion verschlimmerte sich ihr psychischer Gesund- heitszustand nach und nach, so dass sie teilweise außerstande war, die entsprechenden Unterlagen zur Fortsetzung des ALGII Bezuges rechtzeitig zu be- schaffen. Nachdem sie in Modul 1 zugewiesen wur- de, besorgten wir umgehend eine Dolmetscherin, der es gelang, ein Vertrauensverhältnis zwischen der Klientin und den Sozialarbeitenden aufzubauen. Ge- meinsam konnten wir die notwendigen Arzttermine organisieren und begleiteten sie bei Bedarf. Inzwi- schen organisiert sie die Termine selbstständig und befindet sich auf dem Wege einer nachhaltigen Ver- besserung ihrer Gesundheit. Herr M. kam 2016 aus Syrien nach Deutschland und konnte schnell im Zuge der Familienzusammenfüh- rung seine Frau und die beiden Kinder nach Deutsch- land holen. In Syrien hatte er eine Ausbildung zum Fahrlehrer und als Busfahrer absolviert, arbeitete in Syrien jedoch wenig in diesen Berufen. Im Deutsch- kurs erreichte er schnell das Niveau A2. Nachdem die Führerscheine in Deutschland anerkannt wurden, bewarb er sich erfolgreich als Busfahrer bei einem Bustouristk-Unternehmen, wo er bis heute ange- stellt ist, und inzwischen sogar mehrtägige Touren fährt. Finanziert durch: Video zu REC: FORTBILDUNG VON LANGZEITARBEITS- LOSEN, GEFÖRDERTEN MITARBEITEN- DEN IM EINZELHANDEL: EIN ERFOLGS- MODELL Seit 2019 gibt es TaAm -Teilhabe am Arbeitsmarkt-, eine neue Fördermöglichkeit nach §16i, SGB II. Die- se unterstützt Menschen, die in den letzten 7 Jahren 6 Jahre arbeitslos waren. Ebenfalls förderberechtigt sind Personen, bei denen ein zusätzliches Vermitt- lungshemmnis vorliegt, bei diesen reicht jeweils eine 5-jährige Arbeitslosigkeit in den letzten 6 Jahren. Die Förderung kann für insgesamt 5 Jahre beantragt werden, jedoch mit nur einer möglichen Vertrags- verlängerung. In den ersten beiden Jahren werden INTEGRATION IN ARBEITSMARKT UND GESELLSCHAFT25 die Lohnkosten zu 100% vom Jobcenter erstattet. In den folgenden drei Jahren sind es gestaffelt 90%, 80% und 70%. Die Lohnkosten beziehen sich allerdings meist auf den Mindestlohn oder einen Tarifvertrag. Dieses Instrument hilft sehr, gerade die Menschen, die schon sehr lange im Bezug von Arbeitslosengeld II sind, zu vermitteln, da dem Arbeitgeber erstmal keine oder nur wenige Kosten entstehen. Erfahrungswerte von 5 Jahren sind positiv. Es kam zu deutlich mehr Vermittlungen als erwartet. Allein Bo- nus gelang es 47% der Teilnehmende in den ersten Arbeitsmarkt zu überführen. Im Laufe der 5 Jahre haben sich sehr viele Jobcenter wirklich hervorragend auf das Projekt eingestellt. Als zentrale Anlaufstelle für Arbeitgeber wurden eigene Abteilungen gebildet. Seit 2019 konnten wir, die sbr gGmbH, 150 Mitarbei- tende, die nach §16i gefördert sind, gewinnen. Sie sind sowohl in der Verwaltung als Sachbearbeiter, in den Märkten als Verkäufer, sowie als Hausmeister und Fahrer eingesetzt. Die Zwischenbilanz ist mehr als positiv. Vor diesem Hintergrund entschlossen wir uns 2023 eine Möglichkeit der Fortbildung des nach §16i ge- förderten Personals zu recherchieren, zu konzep- tionieren und mit Unterstützung des Job-Centers umzusetzen. Die sbr entwickelte dafür ein eigenes vierstufiges Analyseverfahren: Berufsprofiling – ein Verfahren zur beruflichen Orientierung und Um- orientierung Dieses Projekt „Potentialanalyse von langzeitarbeitslosen Menschen in 16i-Förderung“ setzt neben einer qualitativen Einzelfallerhebung (leitfadengestützte Interviews zur Selbsteinschät- zung und Fremdeinschätzung) und deren Auswer- tung, auf ein spezielles Berufsprofiling des Instituts für Berufsprofiling®, welches als Basis beruflicher Weiterentwicklung dient. Die Ergebnisse (4-Stufen- modell) werden zusammengeführt und als „Case“ bewertet. Dieser Ansatz wurde unter anderem des- halb gewählt, weil er eine konkrete Feststellung vorhandener bzw. entwickelbarer berufsrelevanter Eigenschaften ermöglicht. Kernelement des Systems ist ein computergestütztes personalpsychologisches Diagnoseverfahren und ein darauf aufbauender Mat- chingprozess von Tätigkeiten bzw. Berufen zu den getesteten Personen. Diese Verfahren wurden speziell für Personalver- mittlungs- und Auswahlszenarien entwickelt und haben sich dort vielfach empirisch bewährt. Die Jobprofile können mit dem persönlichen Profil des Teilnehmenden verglichen werden und über einen komplexen statistischen Auswertungsalgorithmus hinsichtlich individueller Passung, Über- bzw. Unter- forderung sowie der Nutzung persönlicher Stärken bewertet werden. Gestärkt werden die Testergeb- nisse durch eine Selbst- und Fremdeinschätzung der Teilnehmenden im Rahmen von Interviews. Die Fort- bildung fand 2023 einmal pro Woche in Stuttgart Münster statt. Dafür musste von den teilnehmenden keine Freizeit geopfert werden, Die Fortbildung fand während der Arbeitszeit statt. Der Unterricht wurde so individuell wie möglich gestaltet, damit alle die bestmögliche Unterstützung erhielten. Deshalb gab es auch keinen langweiligen Frontalunterricht. Wir verknüpften das Lernen mit praktischen Übungen. Es gab auch die Möglichkeit direkt in einem unse- rer eigenen Märkte praktische Erfahrungen zu sam- meln. Wir achteten auf eine respektvolle und freund- liche Arbeitsatmosphäre in der Lernen Spaß macht. Was waren bzw. sind die Inhalte der ca 90-stündigen Fortbildung in Kleingruppen: 1. Die Inhalte richten sich an der REWE Ausbildung aus. 2. Es werden alle wichtigen Themen des Lebens- mitteleinzelhandels vermittelt. 3. Dazu gehören insbesondere die Warenkunde, die Warenpräsentation, die Kasse und die Bera- tung von Kunden 4. Je nachdem, was für Vorerfahrungen und Selbst- vertrauen vorliegen, kann entweder eine Fortbil- dung im Verkauf oder eine Fortbildung zur Assis- tenz der Marktleitung besucht werden. Unter großer Anerkennung dieser Fortbildung durch das Job Centers, ein best practice Beispiel in der För- derung langzeitarbeitsloser Menschen, erhielten die 16 Teilnehmenden ein Zertifikat und einen Prakti- kumsplatz auf Wunsch vermittelt. 2024 geht die sbr 2024 in die 2. Runde mit diesem Fortbildungsange- bot. Finanziert durch: ARBEITSMARKTINTEGRATION SOZIALARBEITinArbeit TAGWERK 26SBR27 inArbeit INARBEIT TAGWERK Die Abteilung „ inArbeit “ bietet Arbeitsprojekte an, die darauf abzielen, Menschen mit substanzkon- sum- oder verhaltensbezogenen Suchtstörungen und/oder Langzeitarbeitslosigkeit bei ihrer re/Integ- ration ins Arbeitsleben zu unterstützen und ihre Teil- habe zu stärken. Flower Power Flower Power bietet eine niederschwellige und fle- xible Arbeitsgelegenheit für Suchtmittelabhängige und Substituierte. Ziel ist es, eine Grundstabilität zu erreichen, um wieder an Arbeit herangeführt wer- den zu können. Der Einstieg ist variabel gestaltet was Umfang und Inhalt der Tätigkeit betrifft. Das Anliegen von Flower Power ist, die Teilneh- menden in ihrem Abstinenzwillen zu stärken und persönliche Perspektiven herauszuarbeiten. Die Maßnahme ist ein begleitendes Element zur Unter- stützung einer Substitutionsbehandlung und bietet einen leichten Einstieg in Arbeit. Zeitliche Einschrän- kungen, z.B. durch die aktuellen Vergabezeiten, kön- nen so berücksichtigt werden. Die Teilnehmenden gehen in diesem Projekt eine verbindliche Verpflich- tung ein. Das Angebot einer regelmäßigen Beschäf- tigung ist ein entscheidender Beitrag zur Teilhabe, zur allgemeinen Stabilisierung und Verbesserung Lebenszufriedenheit als Grundstein für Verände- rungsbereitschaft. In Zusammenarbeit mit dem Garten-, Friedhofs-, und Forstamt engagieren wir uns bei der Reinigung von Spielplätzen und öffentlichen Parkanlagen, für ein sicheres und sauberes Stuttgart. Gefördert durch: Initiative „Nein!“ zu illegalen Graffiti Die Stuttgarter Initiative „Nein! zu illegalen Graffiti“ ist ein Zusammenschluss mehrerer Institutionen. Wir bieten hier Beratungsleistungen, praktische Hilfen und kommen Ihrem Anliegen für eine rasche Entfer- nung der illegalen Graffitis gerne nach. Die Initiative bietet Ihnen von der vorbeugenden Beratung bis hin zur professionellen Entfernung alle relevanten Infos. Gefördert durch: 28INARBEIT TAGWERK Tagwerk (Modul Leben und Arbeit) Das Projekt Tagwerk zielt darauf ab, Menschen mit Substanzkonsumstörung während ihrer Therapie wieder in die Arbeitswelt zu integrieren. Dies be- gründet sich auf einer Vielzahl von positiven Aspek- ten, wie Arbeit eine erfolgreiche Abstinenz begüns- tigt. Tagwerk ist ein wichtiger Baustein im Trägernetz- werk „Arbeit statt Drogen“. Wir bieten seit Jahren das externe Modul Leben und Arbeit an. Darin enthalten sind z.B. eine qualifizierte Arbeitserprobung mit Dia- gnostik und Praktika auf dem allgemeinen Arbeits- markt. Das Angebot wurde stetig in enger Zusam- menarbeit zwischen dem suchttherapeutischen Bereich von Tagwerk und der Arbeitstherapie der sbr gGmbH weiterentwickelt. Die Inhalte werden mit kompetenzorientierten und interaktionellen Methoden umgesetzt, um sicherzu- stellen, dass die Teilnehmende die notwendigen Fä- higkeiten und Ressourcen erwerben, um erfolgreich zu sein. Dies erfolgt unter arbeitstherapeutischen und heilpädagogischen Aspekten, dass die Teilneh- menden die notwendige Unterstützung erhalten, um ihre Fähigkeiten und ihr Potenzial voll auszu- schöpfen. Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper und Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler zu Besuch in der sbr HolzwerkstattBONUS29 NAHVERSORGUNG frisch. regional. nachhaltig. Ihr NahversorgerNext >